Arbeitszeitmodelle

Vollzeit – Teilzeit – Freizeit?

Leben bedeutet Veränderung. Und im Jahr 2017 hat sich Einiges bei mir geändert, vor allem meine Arbeitszeitmodelle: Gewohnt war ich es Vollzeit zu arbeiten, dies habe ich über 6 Jahre getan. Ziemlich unsanft aus meiner Vollzeitstelle herausgerissen war ich im Anschluss daran 8,5 Monate komplett zuhause und arbeitslos. Seit September 2017 arbeite ich wieder – in Teilzeit mit einer 30-Stunden-Woche. Aber wie ist das eigentlich? Merke ich den Unterschied arg?

Eines vorweg: Alle Arbeitszeitmodelle haben ihre Vor- und Nachteile, manche mehr und manche weniger. Besonders gut kann ich alle Menschen verstehen die nur noch Teilzeit arbeiten wollen. Nicht, weil sie es wegen der Kinder müssen und keine andere Wahl haben, sondern weil ihnen Freizeit und Lebensqualität wichtiger sind als das große Geld. Aber es gibt auch genug Menschen die auf Vollzeitarbeit angewiesen sind, weil ihnen sonst das Geld nicht reichen würde. Verstehe ich alles. Teilzeitarbeit ist ein Luxus. Und den kann sich bekanntlich nicht jeder leisten. Vollkommen okay. Muss ja auch nicht, das entscheidet jeder für sich.

Wenn ich allerdings die Arbeitszeitmodelle – die ich bisher kennenlernen durfte – vergleiche, dann gefällt mir Teilzeitarbeit am besten. Bei Vollzeitarbeit hatte ich immer das Gefühl ich arbeite mich kaputt und habe überhaupt keine Freizeit mehr. Wobei „überhaupt keine“ natürlich übertrieben ist. Alles was ich gerne machen will in die paar Stunden Freizeit zu schieben, mit wachsender To-do-Liste, das frustrierte mich auf Dauer extrem. Komplett nur Freizeit zu haben (sprich: Arbeitslosigkeit) frustrierte mich auf Dauer allerdings auch. Das liegt nicht etwa daran, dass ich mich nicht selbst beschäftigen kann, sondern an der fehlenden regelmäßigen Gesellschaft. Deswegen empfinde ich Teilzeitarbeit als ideal. Hierbei habe ich nicht das Gefühl mich kaputt zu arbeiten und habe – in meinem Fall – einen Tag in der Woche frei an dem ich Termine machen kann, Hobbies nachgehen und Freunde treffen.

Würde ich wieder zurück zur Vollzeitarbeit kehren? Das halte ich für unwahrscheinlich. An die Teilzeitarbeit und die dadurch gewonnene Freizeit habe ich mich erschreckenderweise unheimlich schnell gewöhnt. Es ist schließlich nicht so, dass ich weniger zu tun habe, nur weil ich in der freien Zeit eben nicht arbeite.

Im Dezember habe ich – befristet für drei Wochen – Vollzeit gearbeitet, da ich meine Kollegin vertreten habe die sich in ihrem wohlverdienten Urlaub befand. Es zehrte an meiner Energie, an meinen Nerven und meinem Schlaf. Manchmal brauchte ich unheimlich lange bis ich endlich abschalten und einschlafen konnte. Dadurch schlief ich tendenziell weniger. Und ich frage mich wie ich das früher gemacht habe – Vollzeit gearbeitet, Beziehung, Freunde, Familie, Haushalt, Meerschweinchen, Hobbies. Damals hatte ich sehr selten Termine nach der Arbeit, das ist heute anders. Damals habe ich so gut wie alles auf die Wochenenden verschoben, auch das ist heute anders. Als ich vor Wochen meinen Chef gefragt habe ob ich die drei Wochen Vollzeit arbeiten soll, habe ich noch gewitzelt. ‚Mal gucken ob ich das noch kann.‘ – aber so abwegig finde ich das mittlerweile nicht mehr. Kann man Vollzeit zu arbeiten tatsächlich verlernen? Und habe ich durch die Teilzeitarbeit eine gesündere Distanz zu meiner Arbeit aufgebaut?

Es ist nicht nur die Vollzeitarbeit die mir zu schaffen machte, vielmehr die Tatsache, dass ich die Arbeit alleine machen musste, die meine Kollegin und ich normalerweise zu zweit machen. Durch das Tagesgeschäft blieb vieles liegen, was wiederum Überstunden bedeutete. Und zuhause schaffte ich natürlich auch nicht so viel wie sonst. An manchen Tagen musste ich mich zwingen meinen Arbeitsplatz zu verlassen, damit ich pünktlich zu meinen Terminen komme.

Wie ist es bei dir? Wie siehst du das Thema?

6 Gedanken zu „Arbeitszeitmodelle

  1. Hi Keri,

    Ja, mein Tag hat auch nur 24 Stunden. 😛
    ich versuche alles Regelmäßig zu machen, wobei momentan für Cosplay und Motorrad fahren ja quasi „Winterpause“ ist. Dadurch funktioniert das.
    Ich verbringe die meiste Zeit mit der Renovierung meiner Wohnung, um dann fertig zu sein, wenn wieder die Cosplay- und Motorradzeit beginnt.

    Mountainbike/Fahrrad fahren tue ich momentan zur Arbeit und joggen oder spazieren gehen ist auch noch 2-3 Mal die Woche drin.

    Und was die Fotografie angeht… die kommt momentan tatsächlich etwas kurz, aber auch eher deshalb, weil mir einfach draußen zu kalt ist. 😀 Sobald es wärmer wird bin ich auch wieder öfter auf Tour.

    Was die Sache mit dem horten angeht.
    Definitiv nein!
    Das Problem habe ich noch nie gehabt. Ich habe mir immer nur das gekauft, was ich für das aktuelle Kostüm brauchte und die Kostüme, die ich nicht mehr trage (aus welchen Gründen auch immer – passt nicht mehr, gefällt nicht mehr) auch wieder verkauft.

    Ich nenne mich immer selbst spaßeshalber Powerseller, aber es gab Zeiten, da war ich wirklich nicht mehr weit weg.
    Ich habe massenweise Zeug verkauft und es war bei mir vorher schon sehr aufgeräumt und übersichtlich.

    Da ich momentan noch bei meinen Eltern wohne und wir in den letzten Jahren das ganze Haus renoviert haben musste ich zwischendurch aus meinem Zimmer ausziehen. Dabei habe ich gemerkt, was ich besitze und das waren ganze 4 Umzugskartons für meinen ganzen Kram inklusive Verpackungen von Spielekonsolen oder Sammelfiguren etc. + meine Klamotten.

    Inzwischen besitze ich noch viel weniger. Zwar würde ich mich noch nicht Minimalist nennen, aber ich arbeite an dem Projekt. 😉 Was verkauft wird oder defekt ist wird 5 mal hinterfragt, ob ich mir an dessen Stelle etwas neues anschaffe und meist heißt die Antwort: Nein.

    Momentan bin ich irgendwie noch in einer Art „Findungsphase“.
    – Welchen Hobbies will ich in Zukunft mehr Zeit widmen und welchen weniger oder ganz aufgeben?
    – Wie wird es in der Wohnung mit Freund und wie weit kann ich dann Hobbies und Minimalismus leben?

    Das werde ich dann sehen.

    Dieses Jahr wird ein sehr wechselhaftes Jahr mit viel Neuem!

    Liebe Grüße,
    Jessy

    1. Hey Jessy,

      das klingt ja als wärst du top organisiert. Einfach toll! 🙂

      Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Findungsphase und viel Spaß weiterhin bei deinen wunderbaren Hobbies.

      Auch bei steht 2018 einiges an, viele Konzerte/Seminare und anderweitige Veranstaltungen – ich freue mich schon! <3

      Alles Liebe,
      Keri

  2. Hi Kari,

    also ich arbeite seit meiner Ausbildung vor 10 Jahren immer noch in der gleichen Firma Vollzeit mit einer 37 Stunden Woche.
    Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sehr flexible Arbeitszeiten habe.
    Durch Gleitzeit kann ich quasi kommen und gehen, wann ich will. Aber ich habe mir angewöhnt so früh wie möglich anzufangen, um eben mittags noch etwas vom Tag zu haben.
    Das bedeutet konkret, ich arbeite Mo-Fr von 6:30 bis 15:00 und Freitags 6:30 bis 13:30.
    Und falls ich mal früher weg will oder muss ist das nie ein Problem. Ich arbeite einfach an einem anderen Tag dafür etwas länger.

    Von der Arbeit habe ich nur 5km Heimweg, was bedeutet ich kann den ganzen Nachmittag für mich nutzen.

    Klar, bei „Büro-Arbeitszeiten“ bis dann 17 oder 18 Uhr oder teilweise noch länger kann ich die Tendenz zur Teilzeit verstehen. Da hat man wirklich nichts mehr vom Tag.
    vor der Arbeit kann man nichts machen und danach eigentliich auch nicht mehr.

    Ich finde das super, so wie es ist. Natürlich wäre Teilzeitarbeit aus der zeitlichen Sicht auch eine super Sache, aber ich muss sagen ich verdiene hier sehr sehr gut und möchte das nicht aufgeben, weil ich mir dadurch auch meine relativ teuren Hobbies leisten kann.

    Mein Hauptbeweggrund für Vollzeit (wohlgemerkt mit Werkstatt-Arbeitszeiten und Gleitzeit) ist:
    Was bringt mir mehr Freizeit, wenn ich dann nicht mehr das Geld habe mir diese Freizeit nach meinen Wünschen zu gestalten?

    1. Hey Jessy,

      das ist toll, dass du gleitende Arbeitszeiten hast. Dieses Privileg hatte ich auch während meiner Ausbildungszeit. Damals bin ich auch so früh wie möglich auf der Arbeit gewesen und so früh wie möglich wieder weg. Dafür war ich aber auch 3 Stunden täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs um dorthin und zurück nach Hause zu kommen. Es ist nicht alles Gold was glänzt, wie man so schön sagt.

      Du hast natürlich recht, dass durch die Teilzeitarbeit auch meist weniger Geld da ist, allerdings gibt es genügend Dinge die sich zu machen lohnen für die man keinen großen finanziellen Aufwand betreiben muss. Zumindest fallen mir genügend Dinge ein.

      Für mich ist Jagen beispielsweise ein teures Hobby. Was verstehst du denn darunter, wenn ich fragen darf? Das ist sehr individuell.

      Alles Liebe,
      Keri

      1. Hi Keri,

        Bei mir kommt natürlich zur Gleitzeit auch noch die „nur“ 37-Stunden Woche und der kurze Arbeitsweg von gerade mal 15-20 Minuten mit dem Fahrrad.

        Wenn man natürlich zur Arbeitszeit noch den Weg dazu rechnen muss, weil dieser sehr weit oder kompliziert ist, dann ist natürlich mit Vollzeit-Arbeit der Tag gelaufen.

        Klar gibt es (und unternehme) auch genug Dinge, die man ohne Geld machen kann, aber durch guten Verdienst habe ich natürlich auch einen Teil (also nicht alles, was ich unternehme) meiner Hobbies daran angepasst.

        Ich leiste mir z.b. ein sehr teures Motorrad und auch mit Kleidung und vor allem bei dieser Maschine die Reparaturen/Wartung ist es natürlich nicht gerade ein sparsames Hobby.
        Außerdem mache ich Cosplay (falls du das kennst). Sprich ich nähe Kostüme von Comic/Anime Figuren nach und gehe damit auf Messen. Dieses Hobby frisst inzwischen eine Menge Geld. Hier hat natürlich auch mit steigendem Verdienst die Qualität der Kostüme zugenommen und so auch der Preis. Und auch Messen werden regelmäßig teurer.
        Zudem kommt dann noch die Fotografie. Auch nicht gerade ein günstiges Hobby, weil man immer wieder was in die Ausrüstung stecken kann/muss.
        Aber diese Hobbies möchte ich momentan auf keinen Fall aufgeben oder zurückstellen und für alle 3 ist trotz Vollzeit noch genug Luft.

        Reisen macht mir auch unheimlich Spaß, aber leider sind auch meine Reiseziele nicht gerade die günstigsten Länder… z.B. England (speziell London) und Japan

        Dazu habe ich mir in den letzten beiden Jahren jeweils eine Wohnung gekauft und saniere diese. Auch das sehe ich momentan irgendwie als Hobby. Und das kostet richtig!
        Ohne gut bezahlten Vollzeit-Job wäre das nicht möglich gewesen.

        Also ich mache schon sehr viel und nebenbei natürlich auch viele günstige/kostenlose Hobbies oder welche, bei denen nur geringe Kosten entstehen.
        Ich gehe zum Beispiel unheimlich gerne einfach nur spazieren oder joggen und auch Radfahren/Mountainbiken macht mir sehr viel Spaß. Schwimmen ist sowohl im Sommer, als auch im Winter für relativ kleines Geld bei mir in der nähe möglich und mit Freunden treffen ist mir sowieso sehr wichtig. Meist auch einfach nur zum unterhalten oder auch mal was Kochen oder Filmabende.

        Zu der ganzen Sache mit den Hobbies kommt natürlich auch noch die Frage: Macht mir meine Arbeit Spaß?
        Und ja, das tut sie. Ich mag meine Kollegen sehr und die Arbeit macht Spaß.
        Das ist einfach auch ein sehr wichtiger Grund für mich Vollzeit zu arbeiten.
        Ich mache es gerne!
        Meine Arbeit ist ein Mittel um meinen Lebensunterhalt zu verdienen und natürlich passen sich die Lebensverhältnisse auch an den Verdienst an, aber meine Arbeit ist auch etwas, das mir Spaß macht, weil ich eigentlich unbewusst mein Hobby zum Beruf gemacht habe.
        (Ich räume nämlich unheimlich gerne auf, halte ordung und es muss alles nahezu perfekt sein – da ist ein Arbeitsplatz in einer Qualitätssicherung perfekt und genau den habe ich mehr durch Zufall als geplant bekommen)

        Liebe Grüße,
        Jessy

        1. Hey Jessy,

          wahnsinn was du alles machst! Wie bekommst du das denn hin? Machst du das alles regelmäßig? Deine Tag hat doch auch nur 24 Stunden, oder? 😉 Das ist wirklich beeindruckend. Und ja, Cosplay sagt mir etwas. Das stelle ich mir sehr aufwendig vor, teilweise. Ich habe mich letzte Woche auf dem Vortrag den ich besucht habe mit einer Dame unterhalten die sagte sie habe dadurch alles mögliche gehortet – man könnte es ja nochmal für ein Kostüm brauchen. Geht es dir da ähnlich?

          Was das Motorrad und deine Reiselust angeht kann ich das absolut nachvollziehen. Aber klingt auch nach ziemlich tollen Hobbies und viel Spaß. 🙂

          Im Übrigen arbeite ich auch gerne, auch wenn ich „nur“ 30 Stunden in der Woche arbeite. 😉

          Alles Liebe,
          Keri

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